Politische Aquarelle

Immer wieder hat sich Gaby Kutz – parallel zu ihren großformatigen Ölbildern – mit Studien und Aquarellen ihren politischen Themen genähert. Die Pressefotografie ist auch hier Grundlage und Inspiration – die Abstraktion findet jedoch aufgrund der Technik in anderer Weise statt. Nicht selten wird ein Motiv mehrfach gezeichnet oder aquarelliert.

Bearbeitung ergänzen mit Bildgruppen und kurzen Zitaten, noch abstimmen

Studie 1 zum Werk "Ausnahmezustand", 52x71 cm, 2020
Studie 2 zum Werk "Ausnahmezustand", 52x71 cm, 2020

Angela Merkel und Julia Timoschenko

Die Begegnung der beiden Politikerinnen erscheint bei Kutz vielschichtig: Neben aller formalen und allgegenwärtigen Öffentlichkeit werden die Beziehungsebene und das Private sichtbar. Damit geht jedoch keineswegs Entpolitisierung einher; vielmehr erhält der politische Akt eine Tiefenstruktur, die ihm per se eingeschrieben ist: Pulsierendes Leben trifft auf formalisiertes Protokoll, die erotische Kraft und Tiefenwirkung eines politischen Aktes wird deutlich.

Dr. Susanne Graf

Angela Merkel und Julia Timoschenko
Studie eins, Helmut und Hannelore
Studie zwei, Helmut und Hannelore

„Denn natürlich ist es politisch höchst bedeutsam, wie Merkel und Timoschenko sich am bröckelnden Rand des politischen Europa begegnen, und selbstverständlich ist die Ausradierung der eigenen Ehefrau aus dem öffentlichen Leben Helmut Kohls ein entsetzliches und hässliches Politikum, und gewiss ist auch das kölsch-karnevalesk miss- bzw. als unverstanden gedeutete Geschenk der Indianerstämme Wisconsins an den deutschen Kanzler Adenauer 1956 ein transatlantisch-politisches Statement.

Schattenkabinett 2005, Aquarell, 30x40 cm

Die Bilder sind offen konzipiert; sie bieten ein Deutungsangebot, ein psychologisches, ein politisches, unter Umständen sogar ein psycho-analytisches. Aber letztlich überlassen sie dem Betrachter die Deutung, nötigen ihn aber auch emotional zu einer eigenen Stellungnahme.

Dr. Andreas Graf

Helmut Schmidt grüßt
Willy Brandt und der Fotograf

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Dummytext Die Künstlerin Gaby Kutz geht auf sehr persönliche und individuelle Weise mit Tradition und Zustrom um. Die Motive, manche Formalien und die Technik schöpft sie aus der Konvention, bleibt aber nicht dabeistehen. Vielmehr verbindet sie einen traditionellen Bild- und Formenkanon mit ihrer eigenen, unverwechselbaren Handschrift und fügt die Dinge nicht nach der Wirklichkeit ins Bild, sondern kompiliert und kombiniert, konstruiert und konjugiert. Prof. Dr. Günther Zehnder